Psychotherapie

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist ein Verfahren zur Behandlung von seelischem Leid, psychischen Störungen und Lebenskrisen, dessen Wirksamkeit bei den meisten psychischen Störungen wissenschaftlich belegt ist. Die Verhaltenstherapie ist ein der vier von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkanntes Richtlinienverfahren und die am besten wissenschaftlich überprüfte Form von Psychotherapie.

Die Verhaltenstherapie verwendet den Begriff „Verhalten“ vielseitig. Darunter wird neben dem äußerlich beobachteten Verhalten auch die Art und Weise unseres Denkens, Empfindens und unsere biologisch-körperlichen Reaktionen verstanden.

Der wichtigste Grundgedanke der Verhaltenstherapie ist, dass menschliches Verhalten das Ergebnis vielfältiger Lernprozesse in der Lebensgeschichte ist. Viele dieser Lernvorgänge sind uns nicht bewusst und laufen automatisch ab. Wenn Verhalten gelernt wurde, kann es auch wieder verlernt oder zum Positiven korrigiert werden.

Die 4 Ebenen für den
therapeutischen Prozess

 

Schematherapie

Schematherapie ist die 3. Welle der Verhaltenstherapie.
Die von Dr. Jeffrey Young, USA, entwickelte Schematherapie ist die beste Integration der drei wichtigsten bekannten psychologischen Theorien: Kognitiv-Behaviorale, Psychodynamische und Gestalt.

Ziel ist es die wichtigsten „Lebensfallen“ oder „Persönlichkeitstendenzen“ oder „Schemata“ zu erkennen und zu verändern, weil sie hauptverantwortlich für die Schwierigkeiten im Alltag sind. Aufbauend auf diesem Verständnis wird aktiv ein Weg aus der Lebensfalle gestaltet.

Schemata sind unsere langjährigen (aus Kindheit- und Jugendzeit) Überzeugungen und Gefühle über uns selbst, der Welt und andere. Wir denken, fühlen und handeln (oder handeln nicht) oft gleich, was wiederum unser Leiden verlängert. Schemata sind nicht bewusst und können mit diversen klinischen Interventionen langsam „abgebaut“ werden.

Die Vielfalt der eingesetzten Methoden und die stark emotional aktivierende Arbeit führen zu nachhaltigen Veränderungsprozessen und helfen dabei, neue, positive und nützliche Gedanken, Gefühle und Verhalten aufzubauen. Schematherapeutisch gesehen ist also das Ziel das eigene Nervensystem zu regulieren, das „innere verletzliche Kind“ zu schützen und den „gesunden Erwachsenenmodus“ aufrechtzuerhalten.

 

Die Moduslandkarte _ F. de Vasconcellos

 

Der gemeinsame therapeutische Weg

Bildlich gesprochen, könnte man Psychotherapie auch mit einer gemeinsamen Reise vergleichen.

Zu Beginn wird abgesprochen, wohin die Reise gehen soll. Es wird eine Reiseroute geplant und mögliche Ziele und Teilziele ausgewählt.

Ihre Aufgabe als Patient ist es, zu laufen und zu berichten, welche Erfahrungen Sie dabei machen. Das Lauf-Tempo soll dabei stets an Ihre Bedürfnisse angepasst sein.

Meine Aufgabe als Psychotherapeut ist es, Sie zu begleiten, Ihnen hilfreiche Lauf-Techniken zu vermitteln, mögliche Routen vorzuschlagen und Sie zu ermuntern. Eines kann ich jedoch nicht: Für Sie das Laufen übernehmen und Ihr Ziel erreichen – laufen müssen Sie selbst.

Und vielleicht ergibt sich zwischendurch die Gelegenheit, irgendwo anzulegen, um den schönen Ausblick zu genießen, so dass die Reise zu einer Herausforderung wird, die sogar Spaß macht.